Endlich ein Lebenszeichen von Fynn nach Masken-Skandal

Fynn Kliemann hat sich drei Wochen nach seinem Masken-Skandal nun endlich öffentlich zu Wort gemeldet. Wie seine Entschuldigung bei den Fans und anderen Influencer*innen ankommt, zeigen wir hier.

Fynn Kliemann entschuldigt sich öffentlich für seine Fehler

In einem sechsminütigen Video findet Fynn Kliemann nach den Schlagzeilen um sein Masken-Gate endlich die richtigen Worte. Er hat sich in den vergangenen Wochen viele Gedanken gemacht und hat von einer Wirtschaftsprüferin seine Geschäfte checken lassen. „Ich dachte immer, die Kritik trifft hier den Falschen“, startet er sein Video. Er fasst dabei zusammen: „Ich habe so viel Scheiße gebaut und dann einfach versagt, als der Typ, der ich niemals sein wollte – ein Unternehmer.“

Auch wenn Fynn einige Vorwürfe der ZDF-Recherche widerlegen kann, hat er ein schlechtes Gewissen, weil er nicht transparent genug war. „Ich habe mich als größter Maskenproduzent feiern lassen, obwohl ich keiner war. Dann habe ich zugelassen, dass in meinem Namen überall geworben wird“, gesteht er. „Damit das alles schneller geht, habe ich dann auch noch Prozesse angeschoben, ohne das richtig zu hinterfragen. Ich habe von Spenden gesprochen, ohne daran direkt beteiligt gewesen zu sein oder die Qualität zu prüfen.“

Böhmermann-Team deckt Fynns Masken-Skandal auf: So reagiert das Netz

Fynn Kliemann: So reagieren die Fans auf seine Spendenaktion

Fynn sagt dazu: „Das tut mir leid. Es tut mir wirklich leid und ich hoffe, ihr könnt mir verzeihen. Es tut mir leid, dass ich euch hab glauben lassen, dass ich mit diesen Masken im Shop nix verdiene.“ Er wirft sich vor, dass er immer von Transparenz sprach. Dabei wusste er von der Produktion von Global Tactics in Bangladesch. Er sei nicht seine Produktion, aber er wusste davon.

Er gesteht auch, dass er seinen Fans, seiner großen Community einfach nur gefallen wollte. „Es hat sich einfach voll gut angefühlt, von euch gemocht zu werden. Und die Wahrheit ist, dass ich mehr davon haben wollte. Es ist vielleicht peinlich, aber ich wollte krasser sein, als ich bin“, erkennt er jetzt. „Ich habe so viele Fehler gemacht hier bei, aber ich werde immer dafür gerade stehen“, versichert er. Er will den Kontakt zu Global Tactics, sowohl beruflich als auch privat mit Tom Illbruck beenden. Er will seine Anteile zurückgeben und sich ab sofort von den „klügsten Menschen beraten lassen“, also von unabhängigen Berater*innen.

Reaktionen auf Instagram von Louisa Dellert & Co.

Viele seiner Kolleg*innen und Fans liken sein Video, setzen ein Herz drunter, als Zeichen der Vergebung. Moderatorin und Influencerin Louisa Dellert schreibt Fynn: „Wir reden alle immer über Fehlerkultur. Du zeigst mit dem Statement, wie es funktionieren sollte. Natürlich muss jede Person für sich selbst entscheiden, ob und wie sie das verzeihen möchte. Auch ich war am Anfang ehrlich gesagt einfach nur traurig, enttäuscht und sauer. Mich hat das alles nochmal sensibilisiert, noch mehr zu hinterfragen. So oder so: ich finde das Video einen ganz wichtigen Schritt“, lässt sie ihn wissen.

In einem LinkedIn-Post geht sie weiter auf das Thema ein: „Ich habe mir aber auch die Frage gestellt: Was wird von Fynn Kliemann jetzt erwartet? Reicht eine Entschuldigung? Ein Handeln? Müsste er sich erst (sehr zynisch, I know) umbringen, damit die Social Media Gesellschaft ihm verzeiht? Darf man ihm überhaupt verzeihen?“ fragt sie sich. „Ich kann das nur für mich beantworten und finde, dass dieses Video ein ganz wichtiger Schritt ist. Und mein größtes Learning, um niemals in die Versuchung einer trügerischen Selbstdarstellung zu geraten: Immer ehrlich sein und man darf und kann auch ein guter Mensch sein und gleichzeitig Geld verdienen. Dafür muss man sich nicht schämen oder sich bewusst ‚arm‘ darstellen – solange das Geld nicht auf der Gesundheit anderer Menschen verdient wird.“

Der Journalist Patrick Dieckmann ist besonders kritisch: „Hm, bin jetzt weder sauer noch nachtragend, aber das ist alles nicht wirklich glaubwürdig. (Sorry) Upsi, eine Wirtschaftsprüferin hat über 285.000 Euro aus Gewinnen für Masken entdeckt, die ihr eigentlich zum Selbstkostenpreis verkaufen wolltet. Also bei mir bleiben auch ab und zu sechsstellige Beträge unbemerkt liegen, passiert“, scherzt er über Fynn Erklärung. „Und dann, wieder upsi, hast du Global Tactics mit jemanden vernetzt, der Masken in Bangladesch herstellt. Wer hätte schon denken können, dass da nicht faire Löhne gezahlt werden? Bangladesch ist bekannt für die guten Arbeitsbedingungen, besonders in der Textilbranche'“, fasst er sarkastisch zusammen. „Und das hat mit ‚schlechtem Unternehmer‘ nichts zu tun, sondern das moralisch-menschliche passt nicht mehr zu der ‚fairen‘ Inszenierung, die das Fundament deiner Geschäfte sind. Aber immerhin die Entschuldigung ist gut (mehr davon)“, lässt er ihn wissen.

Auch andere Follower*innen sind in der Kommentarspalte nicht ganz so gnädig mit Fynn. „Die erbärmlichen und selbstschädigenden Rechtfertigungsversuche tun weder Herrn Kliemann gut, noch seinen ‚Sinnfluencer‘-Kollegen, die ihm hier eigennützig zur Seite stehen möchten. Ihr ‚total authentischen und sozialverträglichen‘ Unternehmer solltet euch mal warm machen, denn ab jetzt werden sich nicht nur Herr Böhmermann und sein Recherchenetzwerk mit euren Unternehmensstrukturen und Finanzen befassen“, warnt ein User.  

Das sagt der Fachmann zum Kliemann-Video

Der deutsche Anwalt und YouTuber Christian Solmecke hat das Entschuldigungs-Video auch genau analysiert. Das ist seine Meinung zum Video von Fynn.

Twitter-Reaktionen zur Entschuldigung

Auch auf Twitter bleiben die meisten Nutzer*innen skeptisch.

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Ein angeblich ehemaliger PR-Berater fasst die Situation für sich zusammen. Er erklärt dabei, dass Fynns Beitrag für ihn von Anfang bis Ende ins kleinste Detail durchdacht ist. In einem langen Thread erklärt er seine Meinung.

Fazit: Fynn hat Scheiße gebaut, will alles wiedergutmachen. Das Vertrauen der Fans und Influencer*innen-Szene muss er sich nun erst wieder hart erarbeiten.

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