Ice, Ice, Baby: Eiswasser wurde zum viralen Trend

2014 ist Eiswasser so beliebt wie nie zuvor. Es wird allerdings nicht als Erfrischungsgetränk im Sommer verwendet, stattdessen gießt man es sich im Rahmen der „Ice Bucket Challenge“ über den Kopf. Unter anderem US-Schauspielerin Lindsay Lohan nimmt eine eiskalte Dusche. Welche Promis es der Schauspielerin vor- und nachmachen und was es damals mit dem Trend auf sich hat, erfahrt ihr in unserem Artikel.

Diese Promis standen unter der Eisdusche

Im Sommer 2014 nahmen Menschen auf der ganzen Welt an der sogenannten „Ice Bucket Challenge“ teil. Entweder sie selbst oder ein:e schadenfrohe:r Freund:in kippt einen Eimer mit eiskaltem Wasser über den Kopf aus. Das Ganze wird gefilmt, gepostet und es werden drei weitere Kandidaten nominiert.

Der „Ice Bucket Challenge“-Trend startet in den USA, zahlreiche Promis machen mit: Unter anderem US-Sänger Justin Timberlake nimmt an der Challenge teil und fordert seinen besten Buddy, den Showmaster Jimmy Fallon heraus. Im August desselben Jahres übergießen sich Fallon, seine Show-Band, der US-Schauspieler Rob Riggle und sein Kollege Horatio Sanz in seiner „The Tonight Show“ vor laufenden Kameras mit eisgekühltem Wasser.

Jimmy ist nicht der Einzige, der sich in seiner Show nass macht. Die Ex-Skandalnudel/ Schauspielerin Lindsay Lohan ist nur wenige Tage später bei ihm zu Gast. Sie bekommt ebenfalls eine Dusche voller Eiswürfel.

Popstar Jennifer Lopez wird unter anderem von Fußballstar Cristiano Ronaldo für die „Ice Bucket Challenge“ nominiert und nimmt die Herausforderung an. Ihre damals sechs Jahre alten Zwillinge Emme und Max übergießen sie mit eiskalten Wasser. Die Sängerin nominiert daraufhin Rapperin Iggy Azalea, Sänger Pitbull und ihre BFF und Schauspielerin Leah Remini.

„Ice Bucket Challenge“ in Deutschland

Und auch in Deutschland kommt der Trend an. Unter anderem macht Handballer Stefan Kretzschmar mit, er fordert Angela Merkel heraus. Sie selbst reagiert zwar nicht auf die Challenge, dafür aber Comedian Oliver Pocher als Merkel-Double. Verkleidet als Bundeskanzlerin läuft es ihm im August 2014 eiskalt den Rücken herunter.

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Was war die „Ice Bucket Challenge“ und war sie erfolgreich?

Die spaßige Challenge macht damals auf ein sehr ernstes Thema aufmerksam: Die Nervenkrankheit Amyotrophe Lateralsklerose (kurz: ALS). Bei der treten Nervenschäden auf, die zu fortschreitenden Muskellähmungen mit tödlichen Folgen führen. Mithilfe der Challenge gerät die Krankheit in den Fokus der Öffentlichkeit und es werden Spendengelder zugunsten der Organisation „ALS Association“ gesammelt. Dabei handelt es sich um eine Organisation, die über das Krankheitsbild aufklärt, sich für Betroffene einsetzt und Geld für Forschungszwecke im Bereich ALS sammelt.

Wie das US-Forschungsinstitut RTI International im Juni 2019 berichtet, wird der Sinn und Zweck der „Ice Bucket Challenge“ erfüllt: Bis dato seien durch die Challenge 115 Millionen US-Dollar (umgerechnet über 101 Millionen Euro) an die „ALS Association“ gegangen und durch das Geld die Versorgung von ALS-Patienten gefördert worden. Außerdem investiere auch die US-Regierung aufgrund der Challenge inzwischen mehr Geld in ALS-Forschungszwecke. Ein weiterer Meilenstein: Forscher entdecken 2018 ein neues Gen, das im Zusammenhang mit ALS stehen soll.

Das traurige Schicksal der „Ice Bucket Challenge“-Gründer

Sie riefen die „Ice Bucket Challenge“ ins Leben: Pete Frates (†) und Patrick Quinn (†). Die zwei US-Amerikaner, die selbst an ALS erkrankt waren, erfanden die erfolgreiche Challenge. Inzwischen sind beide verstorben. Pete erlag 2019 im Alter von 34 Jahren den Folgen seiner ALS-Erkrankung, Patrick starb mit 37 Jahren 2020 ebenfalls aufgrund von ALS.