Paparazzi verklagen Prominente

Die Sache mit dem Recht am eigenen Bild ist schon so ne Sache. In den USA sind jetzt einige Promis in die Falle getappt und haben Paparazzi-Aufnahmen von sich gepostet, schließlich gehört ihnen das Recht am Bild, als Motiv oder? Falsch gedacht. Die Rechte am Bild hat immer noch der Fotograf, auch wenn er selbst nicht das Model ist.

Dua Lipa, Emily Ratajkowski, Naomi Watts bekamen Ärger

Vielen Promis wie Dua Lipa, Emily Ratajkowski, Naomi Watts und Co. war das wohl nicht bewusst. Sie teilten auf Social Media Schnappschüsse von sich, die Fotografen machten – und wurden direkt abgemahnt. Die meisten Promis einigten sich außergerichtlich mit den Agenturen, doch eine geht jetzt auf die Barrikaden. Lisa Rinna, derzeit wohl am besten bekannt als Teil von „The Real Housewives of Beverly Hills“, kurz RHOBH (Netflix). Die Schauspielerin teilte einige Fotos mit ihren Töchtern und bekam direkt eine Klage in Höhe von 1,2 Millionen Dollar zugestellt. „BackGrid USA Inc.“, eine der größten Bildagenturen für Promiaufnahmen, verlangt Entschädigung von Rinna. Deren Anwalt schoss Anfang Oktober zurück: Er findet, die Agentur hat sich zu Unrecht von ihren Rechten Gebrauch gemacht, um eine neue Einkommensquelle zu erschließen.

Lisa Rinna hat Ärger mit dem Gesetz. Credit: Getty Images

In den US-Gesetzen ist eine Verletzung in Höhe von 750 bis 30.000 Dollar angegeben – im höchsten Fall 150.000 Dollar. 1,2 Millionen scheint demnach ein bisschen hoch angesetzt.

Promis werben mit Paparazzi-Aufnahmen

Viele Promis machen vor allem Werbung mit den schicken Paparazzi-Aufnahmen, was natürlich den Fotografen sauer aufstößt. So bekam Scott Disick, Ex-Freund von Kourtney Kardashian, Anfang Oktober einen Brief vom Anwalt, denn er machte Werbung für seine Klamottenfirma Talentless, indem er einen Paparazzi-Shot teilte. Auch Ariana Grande machte mit einer Aufnahme Werbung für ihre „Sweetener“ Sweatshirts.

Wieso die Paparazzi so sauer sind? Das liegt auf der Hand. Sobald ihre Fotos schon die Runde machen und nicht von Zeitschriften, Webseiten und Co. gekauft werden, geht ihnen die Kohle flöten.

Übrigens: Auch Marken wie Gucci kaufen Bilder von Agenturen ein. Sobald ein Promi mit Gucci-Gear gesehen und abgelichtet wird, kaufen sie diese in Höhe von 500 bis 3.000 Dollar. Die Nutzung der Bilder ist dann immer noch günstiger, als den Celebrity selbst als Testimonial zu engagieren und auszustatten.

Keine Verfolgungsjagden durch Paparazzi mehr

Jesal Parshotam, einer der bekanntesten Paparazzo in Los Angeles, sagte im Interview mit „bloomberg.com“, dass es die Art von Fotografen, wie es sie zu Zeiten von Prinzessin Dianas Tod gab, nicht mehr existieren würden. Stattdessen wurde er schon des Öfteren von Promis beim Abendessen mit seiner Frau angerufen, ob er nicht mit seiner Kamera vorbeikommen wolle. Geben und Nehmen wird in der Branche großgeschrieben.

Wenn Parshotam heute ein Foto verkaufen will, muss er einen Fragenkatalog beantworten. „Wurde das Foto auf privatem oder öffentlichem Grund geschossen? Hat der Promi sie gebeten, aufzuhören? Waren sie in einem Versteck? Haben sie den Promi bei einer oder mehreren Locations fotografiert? Wenn man sie an mehr als einem Ort fotografiert, kann das als Belästigung durchgehen“, so Parshotam.