Nadine erklärt, wie ihr Alltag aussieht

Die Rostockerin Nadine Breaty gehört in Deutschland aktuell zu den erfolgreichsten TikTok-Stars. Sie hat fast sieben Millionen Follower auf der Plattform und postet täglich Content, der gute Laune macht. Doch in ihr drin sieht es manchmal ganz anders aus. Nadine litt als Teenager unter Mobbing-Attacken in der Schule. Sie wurde depressiv und entwickelte später eine Borderline-Störung. Wie sie heute damit umgeht, verriet sie in der NDR-Talkshow „deep und deutlich“.

Mobbing wegen Piebaldismus

Seit ihrer Kindheit wird sie wegen ihrer Erbkrankheit Piebaldismus angestarrt und von Fremden darauf angesprochen. Piebaldismus ist eine vererbbare Pigmentstörung der Haut. Betroffene, wie Nadine, haben oft eine weiße Haarlocke und Flecken auf der Haut. Gestört hat es sie als Kind damals noch nicht. Nadine Breaty nennt es auch eher liebevoll ihr „Familien-Tattoo“, das sie sich mit ihrem Vater teilt und das sie verbindet. Erst als Teenager wurde sie deswegen in der Schule stark gemobbt. Zur Abiturzeit verfiel sie in eine Depression. Mit 19 versuchte sie sich das Leben zu nehmen. Danach ging sie alleine auf die Suche nach professioneller Hilfe. Diese traumatischen Erlebnisse haben bei ihr die Persönlichkeitsstörung Borderline ausgelöst.

Nadine spricht von ihrem Leben mit Depression und Borderline

Etwas nervös und vorsichtig erzählt Nadine im „deep und deutlich“-Talk dem Schauspieler Eugene Boateng, dem Content-Creator-Duo Heiko und Roman Lochmann, Moderatorin Aminata Belli und ihrem Kollegen Tarik Tesfu von ihrem Leben mit Persönlichkeitsstörung. Für die Show hat sie sogar kurz ihre Teilnahme an der Realityshow auf Ibiza, dem „9:16 Creator House“ unterbrochen. „Ich bin ein sehr sensibler und emotioneller Mensch geworden“, sagt Nadine. Sie beschreibt Borderline und ihre impulsiven Anfälle wie „so ein kleiner Dämon, der da aus mir rauskommt“. Sie könne sich dann in Dingen verlieren und wäre nicht mehr sie selbst. Die banalsten Sachen können sie heute triggern, verrät sie.

Nadine Breaty über ihre Zeit in einer Psychiatrie

@deep.und.deutlich

Die Zeit in der Psychiatrie als beste Zeit im Leben? Für @nadinebreaty war es das – und hat ihr sogar das Leben gerettet, wie sie uns verraten hat.

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Nadine ließ sich damals auch in einer Psychiatrie behandeln. Die schlimmsten Zeiten liegen hoffentlich hinter ihr. „Ich habe gut gelernt damit umzugehen. Ich habe gelernt, dass man damit auch gut leben kann“, sagt sie. Bei ihrer Krankheit bräuchte sie heute viel Struktur im Alltag. Nadine stehe jeden Tag um 7 auf und gehe immer um 23 Uhr ins Bett.

Persönlichkeitsstörung Borderline

Das Borderline Netzwerk Berlin beschreibt die Krankheit auf seiner Website so: „Ein durchgängiges Muster von Instabilität im Bereich der Stimmung, der zwischenmenschlichen Beziehungen und des Selbstbildes. Der Beginn liegt im frühen Erwachsenenalter, und die Störung manifestiert sich in den verschiedenen Lebensbereichen.“ Viele Borderline-Syndrom-Patienten hätten ein ständiges Gefühl von chronischer innerer Leere, das „häufig mit impulsiven Handlungen wie Drogen- oder Alkoholkonsum, unkontrolliertem Einkaufen, willkürlich herbeigeführtem Erbrechen, aber auch Hochrisikoverhalten“ kompensiert werde.

Hole dir Hilfe wie Nadine Breaty

Wenn du depressiv bist, das Gefühl hast, in einer ausweglosen Lage zu sein oder Suizid-Gedanken hast, zögere nicht, umgehend Hilfe in Anspruch zu nehmen. Die Hilfsangebote der Telefonseelsorge (www.telefonseelsorge.de) sind jederzeit erreichbar, per Mail, Chat oder Telefon unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222. Dort erhältst du Unterstützung von Beratern, die Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen können.