TikTok blendet Begriffe wie „schwul“, „homo“ und „queer“ aus

Alle Welt liebt TikTok. Sie ist neben Instagram eine der beliebtesten Social-Media-Apps. Doch die Recherchen von NDR, WDR und tagesschau haben nun aufgedeckt, dass die chinesische Plattform die Meinungsfreiheit seiner Nutzer*innen stark einschränkt. Wie? Bestimmte Begriffe werden in den Kommentaren der Videos einfach nicht angezeigt.

Diese Begriffe wurden im Februar 2022 auf TikTok blockiert

Heile Welt im Social-Media-Kosmos. Niedliche Tiervideos, lustige Challenges und wilde Tänze – dafür ist die App bekannt. Bei den Recherchen haben die Journalist*innen diverse Accounts genutzt und unterschiedlichen Content kommentiert. 100 Wörter oder Wortkombinationen wurden dabei getestet.

Was ist Shadowbanning?

Auch LGBTQ-Begriffe wurden zensiert

Die App blockierte Begriffe aus der LGBTQ-Community, darunter „schwul“, „queer“, „LGBTQ“ und „homosexuell“. TikToks Vorgehensweise bezeichnet man als Shadow-Banning. Inhalte werden in einer Online-Community unterdrückt, ohne dass die Nutzer*innen es mitbekommen.

Die App blockierte folgende Begriffe

  • Auschwitz
  • gay
  • Heterosexuelle
  • homo
  • homophob
  • homosexuell
  • LGBTQ
  • LGBTQI
  • Nationalsozialismus
  • Peng Shuai
  • Porno
  • Pornografie
  • Prostitution
  • queer
  • schwul
  • Sex
  • Sexarbeit
  • Sklaven
  • Terroristen

Statement von TikTok zu den Vorwürfen

Von NDR, WDR und tagesschau darauf angesprochen, gab TikTok ein Statement heraus. „Wir haben Mechanismen eingerichtet, um potenziell schädliche Kommentare automatisiert herauszufiltern“, erklärt eine Sprecherin und räumt Fehler ein. „Wir sind uns darüber im Klaren, dass dieses Vorgehen in diesem Fall nicht zielgerichtet war, und wir arbeiten mit Hochdruck daran, unser Vorgehen zu überarbeiten.“

Erst im Februar machte TikTok darauf aufmerksam, dass die Plattform seine Nutzer*innen durch strenge Richtlinien besser schützen wolle.