Julien Bam kann endlich aufatmen

Influencer Julien Bam hat harte Tage hinter sich. Über die Ostertage übernahm ein Hacker seine Social-Media-Account und löschte all seine YouTube-Videos. Jetzt ist der Spuk aber wohl vorbei: Julien hat seine Channels wieder.

Julien gibt Entwarnung

Julien Bam ist einer der erfolgreichsten Social-Media-Stars Deutschlands und wird insbesondere für seine aufwendigen und extrem kreativen YouTube-Videos gefeiert. In den vergangenen Tage sah es aber so aus, als seien seine Werke jahrelanger Arbeit wegen des Hacker-Angriffs komplett lost. Jetzt gibt Julien via Instagram jedoch endlich Entwarnung und ein Update zur aktuellen Lage: „Good things: Ich glaube, wir haben es geschafft, unsere drei Youtube-Kanäle wiederzubeleben. Es sind noch nicht alle Videos online, aber das kommt hoffentlich mit der Zeit.“

Der Schrecken der vergangenen Tage habe ihm jedoch eine Sache sehr bewusst gemacht: „Das war ’ne mental schwere Woche für uns, die vor allem mir gezeigt hat, wie schnell alles vorbei sein kann.“ Er hofft aber, dass er und sein Team „den ganzen Shit noch viele Jahre in Ruhe weitermachen“ können, sie hätten nämlich noch so einiges geplant: „Immerhin stehen noch ein paar Hauptvideos an, die alles andere übertreffen sollen.“

Gewusst? Julien hat seine eigene Netflix-Serie.

Was war eigentlich genau los?

In einer Instagram-Story verkündet Julien außerdem, dass er ein neues YouTube-Video zu dem Hacker-Angriff auf seinem Kanal „JUcktmichnicht“ hochgeladen hat – offenbar ein surrealer Moment für ihn: „Fühlt sich für mich gerade so an, wie das erste Video, das ich hochlade. Hab keine Ahnung, ob der Kanal noch funktioniert.“

Doch er funktioniert tatsächlich. Sein neues Video mit dem Titel „Ich hab 8 Millionen Abonnenten verloren. Meine Youtube Kanäle wurden gelöscht“ startet der Influencer mit den Worten „Test, Test, Test, Test! I’m back“ und erklärt, was eigentlich los war.

Bereits Ostersonntag sei sein Rechner mehrmals extrem laut geworden, er der Sache aber nicht weiter auf den Grund gegangen. Am nächsten Morgen hätten sich dann jede Menge besorgte Kolleg*innen bei ihm gemeldet und nachgefragt, ob er gehackt worden sei. Julien habe daraufhin festgestellt, dass all seine eigenen Videos auf seinen drei Kanälen fehlen, auf denen stattdessen aber jeweils ein Video eines fremden Profils zu finden ist. „Es war klar, irgendjemand hat sich in unsere YouTube-Kanäle eingehackt“, erklärt er.

Was für Folgen hatte der Hacker-Angriff?

Mit Kollegen habe er nach dem Problem und einer Lösung gesucht und irgendwann festgestellt: Der Hacker hat sich nicht über YouTube Zugriff verschafft, sondern direkt über seinen Rechner. Zusammen mit seinem Team ließ er deshalb ein Maleware-Programm laufen, das 172 Trojaner gefunden habe. Woher die kamen, wisse Julien bis heute nicht. Die Hälfte der Trojaner habe aber Cryptomining betrieben, also über die Rechenleistung seiner Grafikkarte Bitcoins generiert.

So schlecht ging’s Julien Bam

Julien hat in der Zeit des Hacker-Angriffs jede Menge Follower*innen verloren. Schon kurz nach der Cyberattacke habe er über 50.000 Deabos verzeichnet und sei verzweifelt: „Boah, waren die letzten acht Jahre umsonst? Die ganzen Videos weg. Ich habe mich so motivationslos gefühlt wie noch nie.“ Er weine nicht oft, zu dem Zeitpunkt sei er den Tränen aber nahe gewesen: „Mein Körper war so schwach. Meine Seele war so weit weg von seinem Ursprung.“

Dann kam aber sogar noch ein weiterer Rückschlag: „Und dann kam die geilste Nachricht ever. Nicht nur alle Videos sind weg, sondern es wurden gerade sogar zwei Kanäle von uns komplett gelöscht.“ Der Grund: „Julien“ oder viel mehr der Hacker verstieß durch den Upload dubioser Links gegen die Community-Guidelines. Nur noch der Hauptkanal „Julien Bam“ blieb bestehen und wurde so zu einem „toten Kanal mit über fünf Millionen Abonnenten“ und ohne AdSense-Konto, durch welches sich Juliens Unternehmen jedoch finanziert. Mithilfe eines deutschen YouTube-Mitarbeiters und weiterer, internationaler YouTube-Teams habe Julien seine Accounts aber schließlich zurückerhalten und baut sie derzeit Schritt für Schritt wieder auf.

Wie geht’s weiter?

„Die Kanäle haben auf jeden Fall gelitten und das spürt man gerade. Wir versuchen auf jeden Fall alles zu rekonstruieren, aber das ist auf jeden Fall ein schwieriger Case“, erklärt Julien zum aktuellen Stand. Er rechnet damit, einige Daten und Videos jedoch für immer verloren zu haben. Nun wolle er versuchen, nach und nach neue Clips hochzuladen.

Der vermutlich einzig tröstende Gedanke in den vergangenen Tagen war für Julien die Anteilnahme seiner Community. Seine Fans hätten sich über alle möglichen Kanäle bei ihm gemeldet, ihre Hilfe angeboten und liebe Worte gefunden. „Ich habe sogar bei Tinder ein Match bekommen, die gesagt hat: ‚Ey, ich wünsche euch viel Glück, gerade mit den Hauptvideos“, verrät er.

Fans stehen ihm bei

Auch unter seinem aktuellen Clip zeigen viele Follower*innen, dass auch sie Juliens Hacker-Angriff nicht kaltgelassen hat: „Keine Worte für diesen/ diese Menschen, die es getan haben. Gott sei Dank habt ihr die Kanäle zurück!“, schreibt ein User. Ein weiterer Fan beteuert: „Egal was passiert, Julien, wir sind alle immer für dich da. Wir lieben dich und ich bin so froh, dass ihr es überstanden habt und dass jetzt alles wieder gut ist und dass euch das nicht noch einmal passiert.“